Die Elektromobilität bringt neue Risiken – und damit auch neue Anforderungen an die Absicherung und das Risikomanagement im Betriebsalltag. SCHUNCK begleitet Abschlepp- und Bergungsunternehmen dabei ganzheitlich.
Lithium-Ionen-Akkus sind längst Teil unseres Alltags: im E-Bike, im Smartphone, im Akkuschrauber. Auch in Elektro- und Hybridfahrzeugen kommen sie flächendeckend immer mehr zum Einsatz. Was in Alltagsgeräten meist überschaubar bleibt, kann sich im Fahrzeug, vor allem bei Verkehrsunfällen, zum Risikofaktor entwickeln. Grund dafür ist die schiere Menge an verbauten Zellen – und die enorme Energiedichte.
Wichtig: Elektroautos brennen nicht häufiger als herkömmliche Verbrenner. Belastbare Statistiken des Gesamtverbands der Versicherer (GDV) zeigen aktuell folgendes Bild: Die Brandwahrscheinlichkeit bei einem Verbrenner liegt je nach Quelle zwischen dem 20- und 80-Fachen im Vergleich zu einem batterieelektrischen Fahrzeug. E-Fahrzeuge sind allerdings insgesamt deutlich jünger und weisen weniger Laufleistung auf als der Verbrenner-Bestand.
Die eigentliche Herausforderung liegt m Umgang mit den Bränden: Brände von Elektrofahrzeugen verlaufen anders – mit hohen Temperaturen, schwer zugänglichen Akkus, verzögerten Entzündungen und aufwändigen Nachsorgemaßnahmen.
Ihr Ansprechpartner
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Hochleistung im System – und im Brandfall
In Elektrofahrzeugen werden Akku-Systeme mit Ladeleistungen von 20 bis über 200 Kilowatt eingesetzt – zum Vergleich: eine haushaltsübliche Steckdose liefert rund 2,3 Kilowatt. Die Zellen sind so verknüpft, dass ein leistungsstarkes Batteriesystem entsteht. Diese Kraft kann bei Defekten oder Unfällen zu einem sogenannten „Thermal Runaway“ führen – einer Kettenreaktion mit explosionsartiger Hitzeentwicklung.
Löscheinsatz mit hohen Anforderungen
Die Folgen eines solchen Brandes sind gravierend: Bei einem Elektroauto sind nach Einschätzung vieler Feuerwehren mindestens 10.000 Liter Wasser nötig, um das Fahrzeug wirkungsvoll zu löschen. Ein herkömmlicher Pkw-Brand lässt sich – im Vergleich – meist mit 500 bis 1.000 Litern Wasser bewältigen. Zusätzlich erschwert wird der Einsatz durch die verbaute Lage der Akkus, meist tief im Fahrzeugboden. Dadurch kann die Gefahr einer Wiederentzündung über mehrere Tage hinweg bestehen.
Zeitversetzte Brandgefahr nach dem Ersteinsatz
Ein besonders kritischer Punkt ist der Zeitraum nach dem Feuerwehreinsatz. Viele Abschlepp- und Bergungsunternehmen kommen erst dann zum Einsatz – also genau in der Phase, in der es erfahrungsgemäß noch zu verzögerten Brandausbrüchen kommen kann. Diese zeitversetzte Brandgefahr stellt ein zentrales Risiko dar, das bei der Sicherung und Lagerung verunfallter E-Fahrzeuge unbedingt berücksichtigt werden muss.
Neue Lösungen – und neue Herausforderungen
Mittlerweile setzen einige Feuerwehren auf spezielle Abrollcontainer, die mit Wasser gefüllt werden. Nach einem Brand wird das E-Fahrzeug mit einem Kran in die mit Wasser befüllte Tonne hineingehoben und dort heruntergekühlt. Doch auch hier entstehen Folgeprobleme: Das Löschwasser ist irreversibel kontaminiert und muss als Sondermüll entsorgt werden – ebenso wie das ausgebrannte Fahrzeugwrack.
Stromrisiken im Rettungseinsatz
Zwar kann ein brennendes E-Auto grundsätzlich mit Wasser gelöscht werden – bei Einhaltung entsprechender Sicherheitsabstände. Dennoch bleibt die Gefahr vor Stromschlägen bestehen. Dies gilt insbesondere beim Aufschneiden von Fahrzeugen zur Rettung von Insassen. Auch hier ist besondere Vorsicht geboten.
Wachsende Risiken durch Alterung und Anzahl
Mit steigender Zahl an Elektrofahrzeugen wachsen auch die potenziellen Schadensszenarien. Hinzu kommt: Alternde Akkus gelten als besonders anfällig für Selbstentzündungen. Das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer geht davon aus, dass die Zahl der Fahrzeugbrände durch Akku-Defekte zunehmen wird.
Absicherung für Abschlepp- und Bergeunternehmen
Für Abschlepp- und Bergungsunternehmen entstehen durch die Elektromobilität neue Gefahrenlagen – insbesondere bei Bergung, Transport und Sicherstellung beschädigter E-Fahrzeuge. Umso wichtiger sind passende Schutzkonzepte und eine bedarfsgerechte Absicherung. SCHUNCK bietet hierfür maßgeschneiderte Versicherungslösungen und Expertise – damit unsere Partner auch im Ernstfall bestens vorbereitet sind.
Neben individuell abgestimmten Versicherungslösungen unterstützen wir unsere Kunden mit technischer Beratung und einer fundierten Einschätzung der spezifischen Gefahrenlagen im Umgang mit E-Fahrzeugen.
Dazu zählen unter anderem Empfehlungen zu geeigneten Sicherungsmaßnahmen bei der Zwischenlagerung beschädigter Fahrzeuge, Hinweise zum Umgang mit wiederaufflammenden Akkus sowie zur Ausrüstung von Mitarbeitenden im Einsatz.
Als verlässlicher Partner beraten wir unsere Kunden bei der Risikobewertung im Betrieb, unterstützen bei der Dokumentation gegenüber Versicherern und bieten branchenspezifisches Know-how für besondere Einsatzlagen.
So schaffen wir gemeinsam die Voraussetzungen dafür, dass unsere Kunden im Ernstfall nicht nur abgesichert, sondern auch gut vorbereitet handeln können.